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Wielún nach dem Angriff der deutschen Luftwaffe am 1. Und 2. September 1939
Foto: von Unbekannt
Gemeinfrei, via Wikimedia

1. September 1939
Der Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen
von
Annette Schuhmann
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Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dessen Nachwirkungen in Europa bis heute allenthalben spürbar sind.
Der völkerrechtswidrige Angriff des nationalsozialistischen Deutschen Reiches auf das Nachbarland Polen gilt als Auftakt für den systematischen Vernichtungskrieg und den Holocaust, für Besatzung, Versklavung und für unermessliches Leid der Zivilbevölkerungen Europas. Knapp 60 Millionen Menschen kamen im Verlauf des sechs Jahre dauernden Krieges um, davon allein sechs Millionen Juden, die in den deutschen Konzentrationslagern ermordet wurden.

Der Jahrestag des Überfalls auf Polen wurde, initiiert vom Deutschen Gewerkschaftsbund, vor allem aber von der DGB-Jugend 1957 das erste Mal als Antikriegstag begangen. Im Jahr 1962 wurde auf der 5. Bundesjugendkonferenz der DGB-Jugend beschlossen, den 1. September, den Tag des Überfalls auf Polen, zu einem regelmäßigen Aktionstag zu machen. Wobei mit dem Gedenken an das Leid, das der Zweite Weltkrieg über Europa gebracht hat, auch vor einer exzessiven Rüstungspolitik und der Gefahr eines Dritten Weltkrieges, der in dieser Zeit in Form eines Atomkrieges vielen bereits am Horizont erschien, gewarnt werden sollte. Zwar wird gegenwärtig selten von der Gefahr eines Dritten Weltkrieges gesprochen, die Zahl der Kriege und bewaffneten Konflikte indes sollte doch für ein wesentlich größeres Unbehagen sorgen, als es derzeit in Regierungen und Gesellschaften Europas zu spüren ist. Das „Konfliktbarometer“, eine seit 1991 existierende Initiative von Heidelberger Politologen, gibt für das Jahr 2016 weltweit insgesamt 226 gewaltsam ausgetragene Konflikte an, davon befanden sich 18 auf der höchsten „Eskalationsstufe“.
Es dürften bis heute nicht weniger geworden sein.

Zeitgeschichte-online will auf den „Jahrestag“ des Überfalls auf Polen und damit auf den Antikriegstag aufmerksam machen. Wir werden in den nächsten Tagen auf der Startseite unseres Portals ausschließlich (Archiv-)Texte erscheinen lassen, die sich mit dem deutschen Angriff auf das Nachbarland und seinen Folgen beschäftigen.
Zum Kontext der Geschichte des Zweiten Weltkrieges gehört auch die Geschichte des Einmarsches sowjetischer Truppen am 17. September 1939 nach Polen. Vor dem Hintergrund des Molotov-Ribbentrop-Paktes vom 23. August 1939 marschierten sowjetische Truppen von Osten her in die polnischen Gebiete ein. Anlässlich ihres Zusammentreffens hielten Rotarmisten und Wehrmachtssoldaten am 22. September Truppenparaden in Brest ab. Zu diesem Zeitpunkt war die polnische Stadt Wielún bereits nach einer ersten Angriffswelle durch die deutsche Luftwaffe zu 90% zerstört und das Krankenhaus der Stadt dem Erdboden gleichgemacht worden.
Die Bilder, die es von der Zerstörung dieses Krankenhauses gibt, haben an Aktualität nichts verloren, gleichen sie doch jenen aus Falludscha, Kabul, Homs, Aleppo und Mossul …