Geflüchtete in einer Einkaufsstraße, 1948
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Unbekannter Fotograf, Nordwestdeutschland, vertriebene Familie, 1948. Quelle: Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

Geflüchtete in einer Einkaufsstraße, 1948
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Unbekannter Fotograf, Nordwestdeutschland, vertriebene Familie, 1948. Quelle: Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

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Unbekannter Fotograf, Nordwestdeutschland, vertriebene Familie, 1948. Quelle: Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

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Unbekannter Fotograf, Nordwestdeutschland, vertriebene Familie, 1948. Quelle: Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0.

Partizipation und Politik

Citizen Science und die Erinnerung an Flucht und Vertreibung

Seit den 2010er Jahren hat die europäische und auch die deutsche Wissenschaftspolitik die Beteiligung von Bürger*innen an Forschungsprozessen stark propagiert. Die EU setzte mit der Finanzierung der European Citizen Science Association im Jahre 2015 und den expliziten Förderungen derartiger Projekte unter Horizon 2020 und Horizon Europe, den EU-Forschungsrahmenprogrammen der Jahre 2014-2020 sowie 2021-2027, deutliche Anreize. In der Bundesrepublik bildete das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, seit 2025: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, BMFTR) unterstützte Grünbuch „Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland“, präsentiert im März 2016, einen ersten Meilenstein, gefolgt von Förderlinien des BMBF, darunter „Wissenschaft für Alle!“ (ab 2017). In der wissenschaftspolitischen Literatur erscheint Citizen Science als Lösung für gesellschaftliche Herausforderungen, mitunter gar als Verheißung: Teilhabe werde das Verständnis für Wissenschaft stärken, Vertrauen in Wissenssysteme fördern und letztlich pluralistische Demokratien festigen. Dabei wird häufig übersehen, dass Bürgerwissen und -beteiligung weder ein neues Phänomen ist, noch per se demokratiefördernde oder -garantierende Effekte haben muss.

Im Fachdiskurs der Geisteswissenschaften wird die Bürgerbeteiligung seit geraumer Zeit vermessen. Üblicherweise wird von „Citizen Humanities“ gesprochen.[1] Dabei wird ein Spektrum von Crowdsourcing, bei dem Bürger*innen eher Daten sammeln bzw. zuarbeiten, bis hin zur partizipativen Forschungsdesignentwicklung beschrieben, bei der Laien mit Berufswissenschaftler*innen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Die Besetzung von Beratungsgremien mit Bürger*innen wird dabei als weitreichendste Stufe der Beteiligung deklariert.

In diesen geisteswissenschaftlichen Reflektionen wird nicht zuletzt auf die historische Dimension des Phänomens verwiesen: So werden Geschichtsvereine, die sich seit dem frühen 19. Jahrhundert bildeten, oft mit Interessen an lokaler und regionaler Geschichtsschreibung und zur Wende zum 20. Jahrhundert häufig nationalistisch überformt, zur Laienbeteiligung gezählt. Die Geschichtswerkstätten, die dann im Zuge der neuen sozialen Bewegungen ab den 1980er Jahren entstanden, waren ebenfalls Orte, an denen Personen ohne institutionelle Verankerung als Forscher*innen tätig wurden – ebenfalls mit dem Interesse an lokaler und regionaler Geschichte, aber dem Impetus folgend, den Beitrag von Bevölkerungsgruppen herauszustellen, die von der lange vorherrschenden Politikgeschichte allzu oft ausgespart wurden. Auch die Aufarbeitung von NS-Verbrechen vor Ort bekam durch die Geschichtswerkstätten einen neuen Schub. Trotz der Institutionalisierung und Professionalisierung der Wissenschaften gibt es eine nie abgerissene Tradition privater Forschung, besonders häufig im Bereich der Lokal- und Regionalgeschichte, aber auch der Genealogie oder des Denkmalschutzes.

Die Beteiligung von Bürger*innen in historiographischen Zusammenhängen kann also das (Mit-)Schreiben an der Geschichte ihrer eigenen Gruppen bedeuten: Im 19. Jahrhundert lag das Interesse von Laienhistoriker*innen verstärkt auf der Geschichte der Nation, im 20. und 21. Jahrhundert brachten sich sozialemanzipatorische Bewegungen in die Arbeitergeschichte, die Geschlechtergeschichte, oder, in jüngster Vergangenheit, in die Geschichte von LSBTQ+ ein. Das (Mit-)Schreiben an Geschichte kann also in mehrfacher Hinsicht identitätsrelevant sein, sinnstiftend als Freizeitbeschäftigung, aber auch zu eigenem Gruppenbewusstsein beitragend.

 

Citizen Science avant la lettre? Ein Blick auf die Vertriebenenkultur seit 1945

Als ich in den 2020er Jahren, gemeinsam mit Kolleg*innen, am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) begonnen habe, mich mit Citizen Science zu beschäftigen, in Lektüregruppen, einer Lehrveranstaltung gemeinsam mit der hier ebenfalls im Themenschwerpunkt vertretenen Sabine Stach und schließlich in einem größeren Antrag, der zur Gründung der GWZO-Abteilung „Wissen und Partizipation“ in Prag führte, [2] musste ich bei den Lektüren der wissenschaftspolitischen Texte zu Citizen Science häufig an die Historiker*innen in eigener Sache denken, die ich aus meinen Forschungen und institutionellen Anbindungen am besten kenne: die deutschen Heimat-Vertriebenen.

Nach der Zwangsmigration der deutsch(sprachig)en Bevölkerungsgruppen aus Ostmittel- und Südosteuropa hatte sich in Westdeutschland ein breites Spektrum an Organisationen gegründet, die die Geschichte der „verlorenen Heimaten“ in zahlreichen Medien und Formaten erzählten.[3] Personen ohne fachwissenschaftliche institutionelle Anbindung, oft auch ohne eine derartige Ausbildung, sammelten Materialien in den Betroffenengruppen, gründeten mehrere hundert Heimatstuben (eine davon im Bild zu sehen),[4] und stiegen zu Haushistoriker*innen einer spezifischen Gruppe der Vertriebenen auf. Manche erzählten die Geschichte ihres Herkunftsortes in Ortschroniken, die zumeist im Selbstverlag erschienen und überwiegend in dieser Gruppe zirkulierten, manche schrieben für die entstehende Vertriebenenpresse, die ihre Abonnent*innen überregional fand, manche verfassten Bücher über ihre Herkunftsgruppe.[5]

Wie andere Betroffenengruppen auch, verfolgten sie mehr oder minder bewusste politische Ziele. Diese konnten gruppenidentitär sein (Förderung des Zusammenhalts, Bewahrung des Gedächtnisses), auf Erhöhung von Sichtbarkeit der eigenen Erfahrung, auch der Erfahrung des historischen Leids in einer wahrgenommenen Opferkonkurrenz abzielen, und bis zu grenzrevisionistischen Anliegen reichen. Dabei wirkten zwei Faktoren auf die Politisierung der Narrative ein: Zum einen fand ein Teil dieser Kulturpflege und Wissensproduktion in den organisierten Zusammenhängen der Landsmannschaften und des Bunds des Vertriebenen statt, der sich in den späten 1950er Jahren als Dachverband der landsmannschaftlich organisierten Zusammenschlüsse gründete und der lange die Rückkehr in die verlorenen Heimaten als politisches Ziel postulierte.[6] Zum anderen agierten die Laieninitiativen in steter Rückkopplung mit den Geschichtsnarrativen, wie sie in den neu- bzw. wiedergegründeten wissenschaftlichen Einrichtungen gepflegt wurden. In ihnen forschten auch Personen, die NS-Belastete waren, was sich wiederum auf die Fragestellungen und so auf die innerhalb der verschiedenen Gruppierungen erfolgreich verbreiteten Narrative auswirkte. Dies betraf frühere Auslandsdeutsche und Reichsdeutsche, die sich am Kulturraub und der deutschen Besatzungs- und Vernichtungspolitik im östlichen Europa beteiligt hatten – im Geiste der Ostforschung, einer multidisziplinären Forschungsrichtung nach dem Ersten Weltkrieg, die durch die Brille deutscher Suprematie die Räume Ostmitteleuropas und Osteuropas betrachtete, und die im Nationalsozialismus weiter ausgebaut und politisch instrumentalisiert wurde.[7] Fritz Valjavec, im Banat aufgewachsen, ist sicher der prominenteste Fall: Seine akademische Profilierung erfolgte im Kontext der Ostforschung, sein Wissen stellte er in den Dienst des NS-Regimes, indem er Informationen über den südosteuropäischen Raum für den SD zusammenstellte und die Einsatzgruppe D begleitete. Nach 1945 gelang es ihm, das Münchner Südost-Institut wiederzubegründen und dessen Direktor zu werden.[8]

Im akademischen Feld wurde seit den 2000er Jahren zunehmend hinterfragt, wer mit welchen politischen Überzeugungen und persönlichen und kollektiven Emotionen die Geschichte der verlorenen Heimaten im östlichen und südöstlichen Europa in der Bundesrepublik erzählt hat.[9] Die betroffenen wissenschaftlichen Institutionen haben sich früher oder später diesen Hypotheken gestellt und sich sowohl mit den Vergangenheiten der Institutionen und ihrer Forschungspersönlichkeiten auseinandergesetzt als auch ihre Perspektiven konsequent transnationalisiert. Üblicherweise werden diese Selbsthistorisierungen als Distanzgewinn gefeiert, als Sieg der Wissenschaft über Politisierung. Auch hat die inzwischen breite Forschung zur Nachgeschichte von „Flucht und Vertreibung“ in den letzten Jahren die Ideologeme in den populären Geschichtsbildern hinterfragt: Wie wurden die Herkunftsregionen in ihrer meist multiethnischen Zusammensetzung in den Narrativen der Vereine und Verbände geschildert, wie das Zusammenleben der ethnischen, sprachlichen und religiösen Gruppen? Wie wurde der Zusammenhang zwischen nationalsozialistischem Vernichtungskrieg und Zwangsmigration der Deutschen dargestellt?

 

Anhaltendes Konfliktpotential und eine Warnung

Auch wenn der zeitliche Abstand zur Zwangsmigration und zum erzwungenen Heimatverlust nun bereits drei Generationen umfasst, kann die Zusammenarbeit mit Betroffenengruppen von Herausforderungen geprägt sein. Wie unterschiedlich die Kooperation mit Betroffenen verlaufen kann, möchte ich anhand von zwei Beispielen aus meiner eigenen Praxis als Historikerin illustrieren.

(1) In meiner damaligen Rolle als Leiterin des Augsburger Bukowina-Instituts, gegründet – wie andere Einrichtungen in der Bundesrepublik –, um nicht zuletzt das Wissen um die Geschichte und Kultur der dortigen deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen im öffentlichen Bewusstsein zu halten, initiierte ich ein groß angelegtes Interviewprojekt mit den Bukowina-Deutschen und ihren Nachkommen. Im Vereinsvorstand des Instituts war ein institutioneller Sitz für die damals noch existierende Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen festgeschrieben, was sich in der wissenschaftlichen Praxis aber spannungslos gestaltete. In den Interviews zeigte sich der nachhaltige Einfluss der frühen, aus der Gruppe heraus geprägten Geschichtsnarrative. Als wir im Jahr 2020 einen Sammelband publizierten, der die unter Betroffenen lange Zeit verbreitete Vorstellung einer gefestigten und über Jahrhunderte stabilen Gruppenidentität der Bukowina-Deutschen hinterfragte und mit Roger Brubaker auf die konstruktivistische Dimension verwiesen,[10] hat dies unter den Betroffenen kaum Irritation ausgelöst.

Lediglich eine Rezension eines Historikers aus dem rumänischen Teil der Bukowina, der im dortigen Bukowina-Institut in Rădăuți arbeitet und nahe an der deutschen Minderheit ist, stellte den konstruktivistischen Zugang zu buchenlanddeutschen Gruppenidentitäten in Frage.[11] Weitere Reaktionen aus der untersuchten Gruppe gab es nicht: Die Geschichtsinteressierten blieben bei den eingeführten Geschichtsdeutungen aus dem Umfeld der Landsmannschaft.[12] Im Jahr 2018 löste sich schließlich auf Bundesebene die Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen auf. Inwiefern sich durch die Dekonstruktion etablierter Narrative auch Erzählungen der Gruppe wandeln werden, wird erst in Zukunft nachvollzogen werden können.

(2) Als Mitglied des Wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ werden hingegen Friktionen sichtbar. Hier lässt sich beobachten, dass Spannungslinien neu geschaffen werden. Im Stiftungsrat, der insgesamt zwanzig Mitglieder umfasst, sind dem Bund der Vertriebenen sechs Stimmen zugeteilt. Dass die organisierten Vertriebenen Sitze in Gremien erhielten, war Bestandteil der generellen bundesrepublikanischen Nachkriegspolitik: einerseits in solchen Gremien, die Fragen von Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerpolitik behandelten, andererseits in Fachbeiräten zu kulturvermittelnden Einrichtungen zum Thema. Beispiele hierfür sind das „Haus des Deutschen Ostens“ (München) und die 2008 neu gegründete Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, eines der geschichtspolitisch umkämpftesten Museumsprojekte der jüngeren Bundesrepublik. Teile des Stiftungsrats, soviel ist öffentlich bekannt, interessieren sich nur begrenzt für Empfehlungen des Beraterkreises.[13] In der Vergangenheit hat dies bereits einen Beraterkreis nahezu geschlossen zurücktreten lassen,[14] und schon in der Gründungsphase des Hauses hatten zahlreiche Historiker*innen den starken Einfluss der Geschichtsbilder des Bundes der Vertriebenen beklagt, der die vergleichende und verflechtungsgeschichtliche Dimension der Zwangsmigrationen übersehe, die in der Geschichtswissenschaft seit den 1990er Jahren sehr produktiv erforscht wurde.[15]

Die Spannungsfelder, die sich auftun, wenn Betroffene, zumal politisch aktive, und professionelle Historiker*innen zusammenarbeiten, sind mannigfach: Es kollidieren verschiedene Vorstellungen von Geschichte, die oft fokussierte Sicht von Betroffenen und die Multiperspektivität, die ein breites Quellenstudium und ein transnational einordnender Blick mit sich bringen, sowie unterschiedliche moralische und politische Haltungen. Im Fall von organisierten Verbänden mag gar ein Alleinvertretungsanspruch für die Geschichte zu beobachten sein, obwohl die Zugänge zu Geschichte unterschiedlich sind. In der wissenschaftspolitischen Literatur zu Citizen Science werden partizipative Forschungsdesigns und institutionalisierte Gremiensitze oft als die höchste Form der Partizipation gefeiert. Doch der Blick auf die Erinnerungskultur rund um Flucht und Vertreibung sollte eine Warnung sein, denn Wissensbestände sind nicht ohne Schaden für die Forschungsintegrität verhandelbar.

 

Ausblick: GWZO-Abteilung „Wissen und Partizipation“ als ein Reflexionslabor

Solche Spannungen in identitätsrelevanten Feldern mit interpretatorischem Raum werfen Grundfragen auf: Wie kooperiert man auf Augenhöhe mit Bürger*innen, ohne politische Indienstnahmen zu riskieren? Und wie ist das Verhältnis zwischen Wissenschaftler*innen und „Laien“ angesichts des omnipräsenten Rufs nach Partizipation kritisch zu bestimmen? Diese Fragen waren Ausgangspunkte für die GWZO-Abteilung „Wissen und Partizipation“. Deren Ziel ist es, jene Spannungen in der Wissensproduktion durch Bürger*innenbeteiligung theoretisch zu reflektieren und Konzepte zu entwickeln, wie sie in Forschungsdesigns sinnvoll minimiert werden können. Zu fragen wird weiter sein: Welche Veränderungen im Wissen(schaft)ssystem sind bei einer konsequenten Weiterentwicklung von Citizen Humanities zu erwarten? Auf diese Fragen, die elementar für gesellschaftliche Verständigung sind, versuchen wir künftig Antworten zu finden.

 


[1] Barbara Heinisch/Kristin Oswald/Maike Weißpflug/Sally Shuttleworth/Geoffrey Belknap: Citizen Humanities, in: Katrin Vohland/Anne Land-Zandstra/Luigi Ceccaroni/Josep Perelló/Marisa Ponti/Roeland Samson/Katherin Wagenknecht (Hrsg.): The Science of Citizen Science, Cham 2021, S. 97–118.

[2] Fragmente des Beitrags basieren auf gemeinsamen Überlegungen für den erwähnten Antrag, an deren Entstehung und Ausformulierung mehrere Kolleg*innen des GWZO beteiligt waren. Darunter sind vor allem Sabine Stach und Adamantios Skordos zu nennen. Sabine Stach danke ich auch für einen ersten Blick auf diesen Beitrag, mit dem sie deutlich mehr Klarheit in Struktur und Argumentation einziehen ließ. Alexander Weidle danke ich für einen zweiten Blick auf diesen Text.

[3] Stephan Scholz/Maren Röger/Bill Niven (Hrsg.): Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung. Ein Handbuch der Medien und Praktiken, Paderborn 2015.

[4] Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) (Hrsg.): Verzeichnis der Heimatsammlungen in Deutschland, URL: https://www.bkge.de/projekte/dokumentation-der-heimatsammlungen-in-deutschland/verzeichnis-der-heimatsammlungen-in-deutschland, abgerufen am 10.04.2026.

[5] Dirk Thomaschke: Ortschroniken der Aufnahmegesellschaft, in: Stephan Scholz/Maren Röger/Bill Niven (Hrsg.): Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung, S. 296-303; Matthias Stickler: Vertriebenenpresse, in: Ebd., S. 420-431.

[6] Zum Bund der Vertriebenen siehe Anna Jakubowska: Der Bund der Vertriebenen in der Bundesrepublik Deutschland und Polen (1957-2004). Selbst- und Fremddarstellung eines Vertriebenenverbandes, Marburg 2012.

[7] Zu Ostforschung in aller Kürze Hans-Christian Petersen: Ostforschung, in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 2012, URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32793 (Stand 09.02.2021), abgerufen am 10.04.2026.

[8] Gerhard Seewann: Das Südost-Institut 1930-1960, in: Mathias Beer/Gerhard Seewann (Hrsg.): Südostforschung im Schatten des Dritten Reiches. Institutionen – Inhalte – Personen, München 2004, S. 49-92; vgl. auch die Biographie Rudolf Wagners von Susanne Sorgenfrei: Rudolf Wagner 1934-1954: Zwischen nationalsozialistischer Ideologie und Vertriebenenpolitik, in: Maren Röger/Alexander Weidle (Hrsg.): Bukowina-Deutsche. Erfindungen, Erfahrungen und Erzählungen einer (imaginierten) Gemeinschaft seit 1775, Berlin/Boston 2020, S. 101-116.

[9] Maren Röger: Ereignis- und Erinnerungsgeschichte von ‚Flucht und Vertreibung‘ – ein Literaturbericht, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 62/1 (2014), S. 49-64; mit Fokus auf die deutsche Debatte über vertriebene Deutsche: Stephan Scholz: ‚Flucht und Vertreibung‘ in der deutschen Erinnerungskultur [Literaturbericht], in: Jahrbuch für Politik und Geschichte 6 (2015), S. 153-170.

[10] Maren Röger/Alexander Weidle: Bukowina-Deutsche. Erfindungen, Erfahrungen und Erzählungen einer (imaginierten) Gemeinschaft seit 1775, Berlin/Boston 2020.

[11] Carol-Alexandru Mohr: Noi tendințe în analiza sincronică și diachronă a minorității germane din Bucovina [Neue Tendenzen in der synchronen und diachronen Analyse der deutschen Minderheit in der Bukowina]. In: Analele Bucovinei, Jg. XXIX, Heft 2 (59), Rădăuți/Bukarest 2022, S. 605–617.

[12] Querschnitte bukowina-deutscher Narrative finden sich in zahlreichen Publikationen der „Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen“, exemplarisch und umfänglich hier: Rudolf Wagner: Vom Moldauwappen zum Doppeladler. Ausgewählte Beiträge zur Geschichte der Bukowina, Bd. II, Augsburg 1993.

[13] Andreas Kilb: Streit um Stiftung FVV: Vom Holocaust möchte man hier nichts mehr lesen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 19.03.2026, URL: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/personaldebatte-um-stiftung-flucht-vertreibung-versoehnung-accg-110854662.html, abgerufen am 10.04.2026.

[14] Siehe z.B. Christiane Habermalz: Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung: Rücktrittswelle auf der Baustelle, in: Deutschlandfunk Kultur, 30.06.2015, URL: https://www.deutschlandfunkkultur.de/stiftung-flucht-vertreibung-versoehnung-ruecktrittswelle-100.html, abgerufen am 10.04.2026.

[15] Beispielsweise Norman Naimark: Fires of Hatred. Ethnic Cleansing in Twentieth Century Europe, Harvard 2001; Philipp Ther: Die dunkle Seite der Nationalstaaten. ‚Ethnische Säuberungen‘ im modernen Europa, Göttingen 2011; Michael Schwartz: Ethnische ‚Säuberungen‘ in der Moderne. Globale Wechselwirkungen nationalistischer Gewaltpolitik im 19. und 20. Jahrhundert, München 2013; Matthew Frank: Making Minorities History. Population Transfer in Twentieth-Century Europe, Oxford 2017.

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Zitation

Maren Röger, Partizipation und Politik. Citizen Science und die Erinnerung an Flucht und Vertreibung, in: zeitgeschichte|online, , URL: https://zeitgeschichte-online.de/themen/partizipation-und-politik