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Voll besetzter Vorlesungssaal der Universität Göttingen beim Historikertag 2014

Foto: Historikertag 2014 in Göttingen von Ziko van Dijk. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Münster 2018 - Interviews aus Anlass des 52. Historikertages
Über Sinn und Unsinn einer Großveranstaltung im 21. Jahrhundert
von
Niklas Poppe und Rebecca Wegmann und Charlotte Wittenius
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Wenn HistorikerInnen in so großer Zahl zusammenkommen, dann ist es wieder soweit: Der Deutsche Historikertag steht vor der Tür. Vom 25. bis 28. September 2018 findet an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) der 52. Deutsche Historikertag statt.

Vor 125 Jahren trafen sich zum ersten Mal Historiker auf einem deutschen Historikertag. Zwei Jahre später, 1895, wurde dann der Verband der Historiker Deutschlands gegründet, der mittlerweile auch der Verband der Historikerinnen ist. Seit über hundert Jahren also findet der Historikertag in Kooperation mit je einer Partner-Universität als Mitveranstalter statt. Ab 1992 wurde der Historikertag vom Veranstalter unter ein Leitthema gestellt. Die diesjährige Großkonferenz in Münster steht unter dem Motto „Gespaltene Gesellschaften“. Mit 3.500 erwarteten BesucherInnen ist der Historikertag der größte geisteswissenschaftliche Kongress Europas. In diesem Jahr werden sich mehr als 500 Referenten aus dem In- und Ausland in über 90 Sektionen zu aktuellen Forschungsthemen austauschen. Die Festredner der Eröffnungsfeier am 25. September sind Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages, und Khadija Arib, Vorsitzende der Zweiten Kammer des Niederländischen Parlaments. Die Schirmherrschaft hat Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen.

Wir haben uns gefragt, ob dieses akademische Ritual, das seit mehr als hundert Jahren veranstaltet wird, überhaupt noch zeitgemäß ist? Wie sinnvoll ist der Historikertag für die gegenwärtige Forschungslandschaft? Und wofür braucht die Zunft einen Kongress, der schließlich Steuergelder frisst und ökologisch kaum als sinnvoll zu bezeichnen ist? Fragen, auf die unsere RedakteurInnen Niklas Poppe, Rebecca Wegmann und Charlotte Wittenius in Interviews mit acht HistorikerInnen Antworten gesucht haben. Zu den von uns befragten WissenschaftlerInnen gehören unter anderem Frank Bösch, der stellvertretende Vorstandsvorsitzender des VHD, und Matthias Berg, der gemeinsam mit dem ebenfalls von uns interviewten Martin Sabrow die neue Publikation „Die versammelte Zunft. Historikerverband und Historikertage in Deutschland 1893-2000“ auf dem diesjährigen Historikertag vorstellen wird.