Hans Jonas bei einer Rede
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Regina Kühne, Hans Jonas während des Aulavortrags: "Forschung und Verantwortung" an der Universität St. Gallen am 17.02.1983. Quelle: Universitätsarchiv St. Gallen/Wikimedia Commons, HSGH 022/001945 | CC-BY-SA 4.0.

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Regina Kühne, Hans Jonas während des Aulavortrags: "Forschung und Verantwortung" an der Universität St. Gallen am 17.02.1983. Quelle: Universitätsarchiv St. Gallen/Wikimedia Commons, HSGH 022/001945 | CC-BY-SA 4.0.

Von Atomkraft, Angst und angewandter Ethik

Politische Rezeptionen des „Prinzip Verantwortung“ in der Bundesrepublik.

Anlässlich der Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro im Juni 1992 veröffentlichte die Redaktion des SPIEGEL ein Interview mit Hans Jonas, emeritierter Professor der New School for Social Research in New York. Obwohl der Philosoph Deutschland bereits im Jahr der Machtübergabe an die Nationalsozialisten verlassen hatte und seit über vierzig Jahren in den Vereinigten Staaten lebte, galt der jüdische Denker in der Bundesrepublik als moralische Autorität.[1] Bekannt geworden war Jonas durch sein 1979 im Insel-Verlag erschienenes Werk Das Prinzip Verantwortung. In diesem „Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation“ warnte der Philosoph vor verheerenden Auswirkungen der technischen Entwicklung für Mensch und Umwelt.[2] Doch obwohl sich sein Buch im deutschsprachigen Raum zu einem philosophischen Best- und Longseller entwickelt hatte, gab sich Jonas gegenüber den Journalisten des SPIEGEL pessimistisch. Auf die Frage, ob sich im Umgang des Menschen mit der Natur etwas verbessert hätte, antwortete der Philosoph, bis jetzt sei „nichts geschehen, um den Gang der Dinge zu verändern. Und da dieser kumulativ katastrophenträchtig ist, so sind wir heute dem bösen Ende eben um ein Jahrzehnt näher.“[3] Immerhin, so gab der fast 90-Jährige zu, habe sich das öffentliche Bewusstsein gewandelt – „1979, als mein Buch erschien, war der Ruf nach Verantwortung des Menschen für die Natur noch nicht so oft gehört und diskutiert wie heute.“[4]

Jonas‘ Klage über ausbleibenden Umweltschutz sagte in diesem Fall jedoch mehr über den Autor als über seine Leser:innen aus. Denn worauf bezog sich Jonas‘ „Ruf der Verantwortung“? Die Interpretation des Buchs und seine Anwendung auf eine politische Praxis waren in der Rezeption durchaus umstritten. Der Philosoph unterschätzte, auf wie viele Weisen sein Buch gelesen, seine Ethik verstanden und sein Weltbild von unterschiedlichen Akteur:innen angeeignet werden konnte. So entwickelte sich Das Prinzip Verantwortung zu einem Bezugspunkt in politischen Debatten um die Öl- und Energiekrise, Fragen der Abrüstung in Europa, Ernährungssicherung in Hungerregionen, die Regulierung der Chemieindustrie, künstliche Befruchtung und Gentechnik. Für die Medizin- und Bioethik in der Bundesrepublik wurde besonders der „angewandte“ Abschnitt des Prinzips Verantwortung bedeutsam.[5] Doch die „Praxis des Prinzips Verantwortung“[6] erschien erst 1985, sechs Jahre nach der Publikation des ersten Teils. In den frühen 1980er Jahren wurden Jonas‘ Argumente vor allem in Diskursen um Atomkraft und Umweltschutz wahrgenommen. In der Geschichte des Prinzips Verantwortung zeigen sich die engen intellektuellen, semantischen und persönlichen Verschränkungen zwischen den medizin- und bioethischen Debatten und der frühen Umweltethik in der Bundesrepublik.

 

Eine Ethik der Zukunft

Jonas hatte sein Spätwerk unter dem Eindruck der sich entwickelnden Bioethik, neo-malthusianischer Diskurse über das globale Bevölkerungswachstum und apokalyptischer Prognosen hinsichtlich der „Grenzen des Wachstums“ in den Vereinigten Staaten verfasst.[7] In Das Prinzip Verantwortung verband Jonas die Erfahrung bahnbrechender medizinischer Entwicklungen seit den 1960er Jahren mit ökologischen Untergangsszenarien. Es war eine Aktualisierung alter Modernekritik, die Jonas wie viele andere Denker:innen nun auf die zeitgenössische ‚technisch-wissenschaftliche Zivilisation‘ anwandte.

Die moderne Technik hatte sich, so Jonas‘ Ausgangsthese, von einer Verheißung in eine Bedrohung für Natur und Mensch verwandelt.[8] Die Reichweite menschlichen Handelns erstreckte sich nun nicht nur global über den gesamten Planeten, sondern auch weit in die Zukunft. Angesichts multipler Krisenwahrnehmungen wie Ressourcenknappheit, Bevölkerungswachstum und ökologischer Zerstörung diagnostizierte der Philosoph eine Leerstelle in der traditionellen Moralphilosophie, da sie auf den menschlichen Nahbereich beschränkt blieb. Dem setzte er seine „Ethik der Verantwortung“ entgegen, die als Fern- und Zukunftsethik auf die langfristigen Bedingungen menschlichen Lebens und der Natur, eine „Weiterwohnlichkeit der Welt“[9] zielte. Methodisch führte Jonas eine „Heuristik der Furcht“ ein: Angesichts irreversibler Risiken solle die Vorstellung möglicher Katastrophen leitend für moralische Urteile sein. Seine Argumente verdichtete der Philosoph in einem neuen Imperativ: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“[10] 

 

„Zitieren Sie Ihn mal weiter!“[11] – Politische Lesarten

Jonas‘ Prinzip Verantwortung erwies sich als einer der größten, wenn nicht sogar der größte publizistische Erfolg einer:s lebenden Philosoph:in in der Bundesrepublik des 20. Jahrhunderts. In nur zehn Jahren hatte sich das Buch über 130.000-mal verkauft.[12] Jonas‘ jährliche Deutschlandaufenthalte waren zu Vortragsreisen geworden. Der Philosoph sprach vor politischen Vertretungen, auf Kirchentagen, philosophischen Kongressen, vor Führungskräften von Daimler, Siemens und Hoechst. Er trat im Radio, im Fernsehen und in jeder großen Zeitung des Landes auf. Auf dem Höhepunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit nahm Jonas 1987 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegen.

Wie konnte ein Philosoph, der seit der Machtübergabe keinen einzigen Text auf Deutsch publiziert hatte, zu solchem Ruhm gelangen? Vor 1979 war Jonas in der Bundesrepublik faktisch unbekannt gewesen. Sein Erfolg lässt sich jedoch nicht allein durch eine zeitgemäße Themenwahl und sprachlich-argumentative Anziehungskraft erklären. Das Prinzip Verantwortung erwies sich für politische Akteur:innen aus höchst unterschiedlichen weltanschaulichen Lagern als attraktiv. Das Buch kondensierte breit anschlussfähige, da politisch ambivalente Bewältigungsstrategien für eine als krisenhaft wahrgenommene Moderne, die sich in unterschiedlichen Diskurszusammenhängen auf jeweils passende Art aneignen ließen.

Zu den ersten politischen Leser:innen des Prinzips Verantwortung zählten die jüngst gegründeten Grünen.[13] Frisch nach der konstituierenden Bundesversammlung im Januar 1980 veröffentlichte Dieter Nestle eine kurze Rezension in der dritten Ausgabe des Parteiblatts:

„Allen die um die gedankliche Klarheit unseres Weges bemüht sind, wird jetzt unschätzbare Hilfe zuteil in dem neuen Buch eines großen deutsch-amerikanischen Gelehrten […]. Um es schlagwortartig vorwegzunehmen: Hier spricht ein Mann von hohem geistigen Rang, seiner inneren Haltung nach ein ‚Grüner‘. Was wir Wachstumswahn nennen, heißt bei Jonas Utopismus, kapitalistischer oder marxistischer Provenienz. In einer äußersten philosophischen Anstrengung gelingt Jonas eine überzeugende Überwindung dieses Utopismus. Stattdessen entwickelt Jonas eine nichtutopische Ethik der Verantwortung. Gegenstand der Verantwortung ist heut [sic] nicht weniger als dies, daß es überhaupt in Zukunft noch Menschen gibt, Menschen, die diesen Namen verdienen. […] Um der Kinder willen sollten wir es lesen.“[14]

Während Das Prinzip Verantwortung laut Nestle das Potential hatte, den Anliegen der Gründungsgrünen zu gedanklicher Klarheit zu verhelfen, gelangte Helmut Schmidt, der das Buch im Sommer 1980 mit in seine Urlaubsresidenz nahm, zu keiner eindeutigen Bewertung.[15] Zwar bekannte sich der Kanzler in seiner Einführungsrede bei der Weltenergiekonferenz 1980 in München zu einer menschlichen Verantwortung für die Zukunft des Planeten.[16] Allerdings ging Jonas‘ Prinzip Verantwortung Schmidt doch zu weit. Vor dem philosophischen Kongress der Friedrich-Ebert-Stiftung zu „Kant in unserer Zeit“ sprach der Sozialdemokrat davon, dass er den Jonas’schen Imperativ keineswegs vollumfänglich zur politischen Leitidee erheben mochte:

„Man könnte übrigens, wenn man das nun für die heutige Zeit näher ausdeuten will, etwa mit dem Deutsch-Amerikaner Hans Jonas z.B. den kategorischen Imperativ so ausdeuten, daß man sagt; Handle so, daß dein Handeln weder die Zukunft des Menschen gefährdet noch die Zukunft der Natur gefährdet. Ich will mir das nicht zu eigen machen. Ich deute damit nur an, daß 200 Jahre später mancherlei Modernisierungen vorstellbar sind, möglicherweise nötig sind.“[17]

Der Kanzler wies Jonas‘ Prinzip zurück. So hielt er zumindest teilweise an einem sozialdemokratischen Modernisierungsparadigma fest, das seit den 1970er Jahren auch innerhalb der Partei zunehmend unter Beschuss geraten war.[18] Der Konflikt sollte sich jedoch nur wenige Jahre später zuspitzen. In den Auseinandersetzungen um die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl Ende April 1986 standen nicht nur der Umgang mit Atomkraft und die Energieversorgung der Bundesrepublik auf dem Prüfstand. Die Politiker:innen verhandelten auch über die richtige Auslegung des Prinzips Verantwortung.

 

Atomkraft und Verantwortung

Zwei Wochen nach der Nuklearkatastrophe berief sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jochen Vogel im Bundestag auf Jonas, um den Kurswechsel seiner Partei bezüglich der Atomenergie zu bekräftigen:

„Unser Weg ist nicht der Weg der Angst, der Panik oder gar der Hysterie. Unser Weg ist der Weg der Vernunft; es ist der Weg, der dem Prinzip Verantwortung entspricht. Hans Jonas, den ich für einen der Großen unter den lebenden Philosophen halte, hat dieses Prinzip Verantwortung sinngemäß so beschrieben: Es gilt, dem Menschen die Unversehrtheit seiner Welt und seines Wesens, ja es gilt, die Menschheit selbst gegen die Übergriffe menschlicher Macht zu bewahren, die mit der Hochtechnologie in ihren Raum- und Zeithorizonten, aber oft auch mit ihrer Unumkehrbarkeit in unvorstellbarer Weise gewachsen ist.“[19]

Der folgende Redner, der Bundesminister für Forschung und Technologie Heinz Riesenhuber (CDU), wandte sich gegen Vogel. Nach Riesenhuber befand sich die Bundesrepublik nicht ausschließlich in einer Gefahrensituation, sondern war auch Teil einer internationalen „Chancengemeinschaft“.[20] Das Prinzip Verantwortung legte Riesenhuber folglich anders aus:

„Herr Vogel, wenn Sie über das Prinzip Verantwortung von Hans Jonas gesprochen haben, dann sollten wir hier noch einige andere Aspekte mit einbeziehen, die dort diskutiert werden. Wenn wir über neue Technik sprechen, müssen wir durchaus betrachten, wo ihre Risiken, ihre Gefahren liegen, was wir tun können, damit sie verantwortbar sind. Wir müssen also den Einsatz dieser Techniken verantworten. Aber wir müssen auch die Frage stellen, ob wir einen Verzicht auf diese neuen Techniken verantworten können. Dies ist die komplementär richtige Frage. […] Nur wenn wir beides sehen, die Chancen und das Risiko, die Verantwortung für diese Entscheidung, die Symmetrie der Entscheidung, bekommen wir einen Blick für die Wirklichkeit, bei dem wir nicht von Angst verblendet werden.“[21]

Für Riesenhuber überwogen in dieser Frage die Chancen der Kerntechnik. Ihren Risiken könne mit einem Höchstmaß an Sicherheitstechnik, bester Entsorgungsstrategie und entsprechenden Umweltschutzmaßnahmen begegnet werden.[22] So könne weltweit eine „Industriekultur“ aufgebaut werden, die die Zukunft verantwortlich gestaltete.[23]

In ähnlicher Weise positionierten sich nur wenige Monate nach Tschernobyl Politiker:innen während einer aktuellen Stunde zur geplanten Inbetriebnahme des französischen Atomkraftwerkes Cattenom nahe der deutschen Grenze. Der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine (SPD) sprach sich unter Berufung auf Jonas prinzipiell gegen den Bau von Atomkraftwerken aus.[24] Walter Wallmann, CDU-Abgeordneter und Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, äußerte seine Betroffenheit angesichts des anti-atomaren Schulterschlusses zwischen SPD und Grünen. Es ginge „in der Tat um das Prinzip Verantwortung“, wobei, „wenn man […] Hans Jonas zitiert, hinzufügen muß, daß er damit gleichzeitig eine Absage an das Prinzip Angst verbindet. […] Deswegen darf es keine Politik und keine Geschäfte mit der Angst geben.“[25] Die Haltung der SPD-Politiker stilisierte Wallmann zum Ausdruck einer solchen Politik der Angst. Eine Politik der Verantwortung hingegen charakterisierte der Minister als „Mitbedenken der langfristigen, der grenzüberschreitenden Folgen, die jede unserer Entscheidungen nach sich ziehen könnte“. Kernenergie war, so argumentierte Wallmann, nur eine unter vielen Techniken – „und die fossilen Energien bedeuten erhebliche Gefahren, wahrscheinlich viel größere als die Kernenergie.“[26]

Auch Klaus Töpfer, christdemokratischer Staatsminister in Rheinland-Pfalz, äußerte sich zur Debatte: „Ein weltweiter Verzicht auf diese Technologie bei diesem Sicherheitsstandard wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch, vor allem auch nicht angesichts der drängenden Weltprobleme der Zukunft vertretbar.“[27] Moralische Verantwortung realisierte sich laut Töpfer noch eher in der Etablierung internationaler Sicherheitsstandards für die 370 Atomkraftwerke weltweit. Lafontaine habe Jonas falsch interpretiert:

„Herr Ministerpräsident Lafontaine, wenn man hier Hans Jonas zitiert […] dann bin ich damit sehr einverstanden. Nur muß man doch sagen, daß Hans Jonas dieses Buch nicht als eine alleinige Aussage für die Kernkraft verfaßt hat. Prinzip Verantwortung, Heuristik der Furcht – ja, aber eben in der Alternativabschätzung all dessen, was wir in diesem Leben an Risiko eingehen. Auch die Nutzung von Kohle und anderen Energieträgern ist beim besten Willen nicht ohne Heuristik der Furcht auf Dauer zu betreiben.“[28]

Während der ökologische Flügel der SPD und die Grünen 1986 mit Jonas für einen Atomausstieg der Bundesrepublik argumentierten, legten Politiker:innen der Union Das Prinzip Verantwortung als Plädoyer für eine friedliche Nutzung der Kernenergie aus. In der Sitzung zum Energiebericht der Bundesregierung nur wenige Tage nach der Cattenom-Debatte fasste Riesenhuber die christdemokratische Auffassung von Zukunftsverantwortung zusammen:

„Wir müssen schauen, daß wir in einer begrenzten Welt für eine wachsende Menschheit eine Zukunft eröffnen, so daß dauerhaft – so sagt Hans Jonas – menschliches, menschenwürdiges Leben auf dieser Erde möglich ist. […] Unsere Aufgabe ist es gleichzeitig, die Zukunft so anzulegen, daß auch für künftige Generationen von Menschen menschenwürdiges Leben auf dieser begrenzten Erde nicht nur für einen begrenzten Zeitraum möglich ist, daß wir nicht in wenigen Generationen verbrauchen, was unwiederbringlich ist, […] daß wir bei den Rohstoffen Grundlagen für künftige Generationen schaffen.“[29]

Riesenhuber verband in seiner Rede das Prinzip Verantwortung mit einem zentralen Prinzip konservativer Zeitlichkeit: dem Generationenausgleich.[30] Verantwortung aus Sicht der Union bedeutete, Rohstoffgrundlagen für den Wohlstand zukünftiger Generationen zu sichern und, wie Töpfer es 1988 formuliert hatte, eine „Zukunft mit Technik [zu] gestalten.“ [31] Atomkraft war in dieser Sache das Mittel der Wahl.

In den Debatten um Kernenergie der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurden auf Basis von unterschiedlichen Interpretamenten des Prinzips Verantwortung technisch-politische Zukünfte verhandelt. Dass sich sowohl Kernkraftbefürworter wie Töpfer, Wallmann oder Riesenhuber als auch Kernkraftgegner wie Lafontaine und Vogel auf Jonas berufen konnten, lag auch an der Art der Rezeption: In den Diskussionen wurde sich besonders mittels prägnanter Schlagwörter aus dem Buch wie „Prinzip Verantwortung“ und „Heuristik der Furcht“ über die praktischen Implikationen verständigt. Die Begriffe waren für die Zeitgenossen politisch offen. Damit stellten sie, wie Petra Gehring es in ihrem Buch zur Geschichte der Bioethik in Deutschland auf den Begriff bringt, eine „biegsame Expertise“ dar.[32]   

 


[1] Vgl. Jonas, Hans: Erinnerungen, Frankfurt a.M. 2003 und Nielsen-Sikora, Jürgen: Hans Jonas. Für Freiheit und Verantwortung, Darmstadt 2017.
[2] Vgl. Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt a.M. 1979.
[3] Matussek, Matthias / Kaden, Wolfgang: „Dem bösen Ende Näher.“ Interview mit Hans Jonas, in: Der SPIEGEL 20 (1992), unter: https://www.spiegel.de/politik/dem-boesen-ende-naeher-a-e2997c8f-0002-0001-0000-000013680535?context=issue, letzter Zugriff am 27.04.2026. 
[4] Ebd.
[5] Siehe hier auch Gehring, Petra: Biegsame Expertise. Geschichte der Bioethik in Deutschland, Berlin 2025, v.a. 483-491.
[6] Jonas, Hans: Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung, Frankfurt a.M. 1985.
[7] Vgl. Robertson, Thomas: The Malthusian Moment: Global Population Growth and the Birth of American Environmentalism, New Brunswick, NJ 2012; zur Geschichte der Bioethik vgl. Eissa, Tina-Louise / Sorgner, Stefan Lorenz (Hrsg.): Geschichte der Bioethik. Eine Einführung, Paderborn 2011; Jonsen, Albert R.: The Birth of Bioethics, New York/Oxford 1998; zum Club of Rome siehe Seefried, Elke: Towards the ‘Limits to Growth’. The Book and its Reception in west Germany and Britain 1972/73, in: German Historical Institute London Bulletin 33/1 (2011, 3-37 und Seefried, Elke: Zukünfte. Aufstieg und Krise der Zukunftsforschung 1945-1980, Berlin/Boston 2015.
[8] Vgl. Jonas 1979, 7. Für eine ausführliche Zusammenfassung siehe Nielsen-Sikora, Jürgen: Hans Jonas. Für Freiheit und Verantwortung, Darmstadt 2017.
[9] Vgl. Wiese, Christian / Jacobson, Eric (Hrsg.): Weiterwohnlichkeit der Welt. Zur Aktualität von Hans Jonas, Berlin / Wien 2003.
[10] Jonas 1979, 36.
[11] Zwischenruf Dr. Schierholz [GRÜNE], Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/236 am 03.10.1986, 18265.
[12] Jonas, Hans an Unseld, Siegfried am 24.08.1989, in: DLA SUA: Suhrkamp/01 Verlagsleitung/Autorenkonvolute/ Jonas, Hans. Briefwechsel. Suhrkampverlag Frankfurt, Main - Jonas, Hans 1988-1991.
[13] Vgl. zu den Grünen auch Mende, Silke: „Nicht rechts, nicht links, sondern vorn“. Eine Geschichte der Gründungsgrünen, München 2011.
[14] Nestle, Dieter: Abschied vom Utopismus. Eine politische Ethik für die Grünen, in: Die Grünen 3 am 19.01.1980.
[15] Bitterstein, Rolf: Von der Natur des Menschen. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, in: Frankfurter Rundschau vom 04.10.80.
[16] Wright, Rebecca et al.: Power, Energy, and International Cooperation. A History of the World Energy Council, München 2019, 85.
[17] Schmidt, Helmut: „Illusionistische Politik kann sehr wohl unmoralisch sein…“. Rede auf dem Kongreß „Kant in unserer Zeit“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, in: Frankfurter Rundschau Nr. 76 am 31.03.1981, 10. Meine Hervorhebung.
[18] Vgl. Seefried, Elke: Partei der Zukunft? Der Wandel des sozialdemokratischen Fortschrittsverständnisses 1960-2000, in: Esposito, Fernando (Hrsg.): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom, Göttingen 2017, 193-225, v.a. 204-209.
[19] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/215 am 14.05.1986, 16534. Hervorhebung im Original.
[20] Zu Riesenhuber siehe auch Steber, Martina: Zukunft im Gleichgewicht. CDU und CSU 1970-1990, in: Seefried, Elke: Politische Zukünfte im 20. Jahrhundert. Parteien, Bewegungen, Umbrüche, Frankfurt a.M. / New York 2022, 219-246, hier 241.
[21] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/215 am 14.05.1986, 16553. Hervorhebung im Original.
[22] Zur dt. Umwelt- und Energiepolitik siehe jüngst Oberloskamp, Eva: Energie, Ökologie, Markt. Bundesdeutsche und britische Neuansätze in den 1970er und 1980er Jahren, Frankfurt a.M. / New York 2025, hier v.a. 37-65.
[23] Vgl. Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/215 am 14.05.1986, 16554.
[24] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/233 am 26.09.1986, 18061.
[25] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/233 am 26.09.1986, 18063.
[26] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/229 am 11.09.1986, 17811.
[27] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/233 am 26.09.1986, 18068.
[28] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/233 am 26.09.1986, 18068.
[29] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 10/236 am 03.10.1986, 18073.
[30] Vgl. Steber 2022, 243f.
[31] Dt. Bundestag, Plenarprotokoll 11/51 am 13.01.1988.
[32] Gehring 2025.

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Zitation

Lisa Blum, Von Atomkraft, Angst und angewandter Ethik. Politische Rezeptionen des „Prinzip Verantwortung“ in der Bundesrepublik., in: zeitgeschichte|online, , URL: https://zeitgeschichte-online.de/index.php/themen/von-atomkraft-angst-und-angewandter-ethik