Aufgrund zahlreicher Skandale, unter anderem des Verdachts der Veruntreuung wurde Thüringens Verfassungsschutzpräsident Helmut Roewer im Sommer 2000 suspendiert. Der Jurist, der bereits in den 1980er Jahren im Bundesinnenministerium mit der Verfassungsschutzaufsicht befasst war, startete im unverhofften Ruhestand eine zweite Karriere als Autor. Seither hat er in zahlreichen Büchern rechte Verschwörungstheorien und Geschichtsrevisionismus, etwa über Kriegsschuldfragen, „Umvolkung“ oder „Coronadiktatur“ verbreitet. Auch auf diversen YouTube-Kanälen (Junge Freiheit, Compact etc.) ist er ein gern gesehener Gast, der ungeschönt „Klartext“ spricht. Während seiner Amtszeit 1994–2000 konnte die organisierte extreme Rechte in Thüringen ihre Strukturen massiv auf- und ausbauen; so gründete sich mit dem Thüringer Heimatschutz (THS) die Dachorganisation des NSU. Ein Gros der Literatur zum NSU und dessen Vorgeschichte betrachtet Roewer eher am Rande und fokussiert sich mehrheitlich auf die chaotische Struktur seines Amtes und der ausgeprägten Konkurrenz und Misstrauen zwischen Verfassungsschutz und Polizei, zu der Roewer maßgeblich beigetragen haben soll[1]. Wie schon bei seiner Entlassung konzentrierte sich die Kritik meist auf operative Verfehlungen und die Exzentrik des selbsternannten „Bundesligaspieler[s] in einer Kreisklassenmannschaft“[2]. Diese Aspekte sind nicht unwichtig, aber wie maßgeblich waren sie für den Aufstieg der extremen Rechten in Thüringen? Roewers Werdegang vom unauffälligen Verwaltungsjuristen und Nachrichtendienstexperten zum Rechtsaußen-Publizisten gibt Anlass, sich dezidierter mit ihm als politischen Akteur und Exponent deutscher Sicherheitsbehörden auseinanderzusetzen.
Das dabei besonders einschlägige Aktenmaterial aus dem Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz (TLfV) und Innenministerium ist schon aufgrund der obligatorischen Sperrfrist (noch) nicht zugänglich. Einige Dokumente sowie die Zeug*innenbefragungen wurden im Rahmen der Parlamentarischen Untersuchungsausschüsse veröffentlicht. Darüber hinaus bieten neben der zeitgenössischen Presseberichterstattung besonders Roewers Publikationen Einblicke sein politisches Denken. Dazu zählen sowohl die Veröffentlichungen aus den 1990er Jahren, die im Amts-eigenen Heron-Verlag erschienen, als auch seine späteren Bücher, insbesondere seine 2012 im rechten Ares-Verlag publizierten Memoiren Nur für den Dienstgebrauch, die bisher wenig Aufmerksamkeit bekamen[3].
Rechte Gewalt in der Wiedervereinigungsgesellschaft gerät zunehmend in den Fokus der zeithistorischen (Rechtsextremismus-)Forschung. Dazu gehört auch der gesellschaftliche wie behördliche Umgang mit ihr. Wie bewertete der Verfassungsschutzchef Thüringens die damaligen Entwicklungen in der extremen Rechten, mit welcher Perspektive nahm er sich dem Thema an und welche Schlüsse wurden daraus gezogen? Der Beitrag skizziert den Umgang des TLfV mit der extremen Rechten, besonders aus dem Umfeld des Thüringer Heimatschutz (THS). Öffentliche, bzw. veröffentlichte Quellen bieten zweifelsohne nur ein eingeschränktes Bild, das ein umfassendes Aktenstudium über amtsinterne Vorgänge nicht ersetzen kann. Allerdings sind es auch die nach außen getragenen Positionen von Behörden, die die Handlungsspielräume der extremen Rechten erweitern oder einschränken können.
Die „Halbwüchsigen“ – Verharmlosung
Von 1994 bis 1996, den ersten beiden Amtsjahren Roewers, verdoppelten sich die die Zahl der Fälle rechter Gewalt in Thüringen. Im Verfassungsschutzamt jedoch kursierte 1996 ein internes Thesenpapier, dass in dieser Angelegenheit „Gelassenheit und Akzeptanz der Ränder in vertretbarem Maße“[4] empfahl. Zu verhindern sei in erster Linie ein „Hexenjagdklima“, da man vermutete, so das „gegebenenfalls nicht existente Problem“[5] herbeizureden. Auch wenn die Autorschaft des Papiers nicht geklärt ist, so ist Roewers Billigung dieser Linie unzweifelhaft. In zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen und Auftritten verharmloste er die Entwicklungen in Thüringen. Ihm zufolge bestünde die rechte Szene Thüringens aus „Halbwüchsige[n] [,die] einfach nicht wüßten, was sie mit ihrer Freizeit machen sollten“[6].
Es ist zutreffend, dass rechte Gewalt in den 1990er Jahren, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern, meist von Jugendlichen und jungen Erwachsenen begangen wurde. Doch was Roewer und sein Amt nicht erkannten, bzw. nicht erkennen wollten, war, dass sich hier ein Generationenwechsel in der organisierten extremen Rechten vollzog.
Neben der Infantilisierung machte Roewer auch deutlich, dass er eine ideologische Festigung in der extremen Rechten nicht wahrnahm. Obwohl sein Dienstherr, Innenminister Richard Dewes (SPD), bereits im März 1997 vor rechtsterroristischen Anschlägen warnte, schlug Roewer andere Töne an. Die Jugendlichen seien „politisch undogmatisch“, schließlich fehle ihnen das „geistige Vermögen für eine politische Standortbestimmung“[7]. Der Tatendrang in der extremen Rechten, bei der man auch lediglich von „äußerst lockeren Zusammenschlüssen sprechen“ könne, sei „derzeit schwach ausgeprägt“[8], konstatierte Roewer 1999. Ein Jahr zuvor tauchte das „Trio“ des NSU nach dem Sprengstofffund in ihrer Jenaer Garage ab, im selben Jahr verübten sie einen Rohrbombenanschlag in einer von türkischstämmigen Inhabern geführten Gaststätte in Nürnberg.
Eine solche Verharmlosung der extremen Rechten durch die Annahme, es handele sich um gelangweilte, unideologische Halbstarke, war indes nicht neu. Gerade Roewer, der in den 1980er Jahren größtenteils im Bonner Innenministerium mit der Fachaufsicht des Verfassungsschutzes betraut gewesen war, hat diese Annahme offenbar weiterhin gepflegt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz konstatierte bereits in den späten 1970er Jahren, dass es – gerade im Unterschied zur extremen Linken – eine „Ideologie im Sinne eines geschlossenen Rechtsextremismus nicht [gibt]“[9]. Rassismus und Antisemitismus wurden nicht als Ideologien ernstgenommen.
„Totschlagargument des Faschismusvorwurfs“ – Apologie
Zwar kritisierte er zum Ende seiner Amtszeit die NPD und DVU zunehmend öffentlich, fügte aber hinzu, dass „Themen, die lange Jahre als tabu galten, [nun] offen diskutiert werden“, da „sich das Totschlagargument des Faschismusvorwurfs wegen ständigen Fehlgebrauchs verbraucht hat“[10]. Zu diesen nun offen diskutierbaren Themen gehörte neben Migration auch der Nationalsozialismus. Roewer warnte eindringlich vor einer zu moralischen Betrachtung der NS-Diktatur: So könne man die Jugendlichen nicht mehr erreichen.
Mit diesem öffentlich artikulierten Verständnis ging Roewer eine Diskurskoalition mit der extremen Rechten ein, was angesichts der hitzigen Auseinandersetzung um die NS-Vergangenheit im Zuge der ersten Wehrmachtsausstellung bemerkenswert ist. Im April 1996 randalierte der Rechtsterrorist Manfred Roeder vor der Ausstellung in Erfurt und erfuhr beim folgenden Prozess deutliche Solidarität von Mitgliedern des Thüringer Heimatschutz vor und im Gerichtssaal – unter ihnen Ralf Wohlleben, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos[11]. Dass Roewer selbst zwanzig Jahre später in seinen Publikationen den Nationalsozialismus nivellierte und gegen die Nürnberger „Siegerjustiz“[12] polemisierte, wirft die Frage nach damaligen Interessenskongruenzen auf.
Auf ein mindestens genauso offenes Ohr Roewers trafen Beschwerden aus der Neonaziszene über linke Gewalt. In dem vom Heron-Verlag finanzierten, im Jahr 2000 erschienen Lehrfilm Jugendlicher Extremismus mitten in Deutschland – Szenen aus Thüringen erklärte u.a. Tino Brandt, die „Anti-Antifa Ostthüringen“, Thüringer Heimatschutz und NPD seien „prinzipiell gegen Gewalt“[13], was bedauerlicherweise für die politische Linke nicht zuträfe. In Auftrag gegeben wurde der Film als Gegendarstellung eines Dokumentarfilms über Rechtsextremismus in Thüringen, den der Journalist Rainer Fromm für die Landeszentrale für politische Bildung produziert hatte. Fromm hatte bereits in den frühen 1990er Jahren zu rechter Gewalt in Ostdeutschland berichtet, was ausreichte, um zu Roewers erklärtem „Todfeind“[14] zu avancieren, wie dieser rückblickend festhielt. Fromms Arbeiten hätten Thüringen zu Unrecht als einen Hort des Rechtsextremismus verunglimpft. Darüber hinaus vermutete Roewer öffentlich, rechte Demonstrationen seien für das gewünschte Bildmaterial inszeniert worden. Weniger die extreme Rechte schien ihn umzutreiben, sondern vielmehr diejenigen, die ihn offen problematisierten: die „Hexenjäger“.
„Nur paarweise wird der Tanz erst schön“ – Äquidistanz
In seinen jüngeren Büchern macht Roewer den von ihm diagnostizierten kulturellen Verfall Deutschlands nicht zuletzt an den ‚68ern‘ und einer linken Hegemonie fest. Das Land werde gelenkt vom linksliberalen „akademischen Lumpenproletariat“ mit „Ikea-Regalen voll von Suhrkamp-Taschenbüchern, die sie nicht gelesen haben“[15] – eine Charakterisierung, die er auch als Zeitzeuge und Student der 1970er Jahre in Bochum vornahm. Die konservative Haltung und die Aversion gegen den vermeintlich linken Zeitgeist des ehemaligen Panzeroffiziers Roewer dürften sich in seinen Jahren im Bundesinnenministerium verfestigt haben. Im Referat für die Fachaufsicht des Bundesverfassungsschutzes unterstand er dem damaligen Abteilungsleiter für Innere Sicherheit, Dr. Gerhard Heuer, der ihn schließlich auch als Präsident des TLfV vorschlug. Heuer begann bereits in den 1960er Jahren im Innenministerium im Bereich Migrationsfragen und verfolgte dort eine restriktive Politik.[16] In Bereich Innere Sicherheit machte er sich ebenfalls als Law-and-order-Beamten einen Namen, der „eigentlich immer nur […] auf links reagiert“[17] habe. Roewer beschreibt das Verhältnis als von gegenseitiger Wertschätzung und geteilten politischen Vorstellungen geprägt: „Uns verbindet die Verachtung für jene Gesalbten, die in der irrigen Meinung leben, sie selbst seien das Volk, […] verdanken sie ihr Mandat doch […] einer Parteitagslaune“[18]. Amüsiert berichtet Roewer zudem über Heuer, wie dieser 1989 Innenminister Schäuble auf die Frage nach den Gründen für das Erstarken der Republikaner antwortete, die richtige Antwort darauf stünde nicht in Verfassungsschutzberichten, sondern sei: „Blüm, Süssmuth, Geisler und so weiter“[19] – die Union sei also zu links geworden.
Roewers Personalpolitik im Landesamt förderte ebenso eher rechtskonservative, „ideologiekritische“[20] Akademiker*innen. Neben Pressesprecher Joachim Werneburg, der heute Lyrik im rechtsesoterischen Arnshaugk-Verlag vertreibt, gehörten dazu auch die (Kunst-)Historiker*innen Stefan Schäfer und Claudia Timpel, die beide mit einer Referatsleitung betraut waren. Schäfer (Referat Rechtsextremismus) etwa gehörte zu den engsten akademischen Schüler*innen des Historikers Werner Maser, der schon seit den 1980er Jahren zumindest in der Fachwelt durch geschichtsrevisionistische Arbeiten auffiel[21]. 1997 legten Schäfer und Timpel im Heron-Verlag ihr Buch … dich brenn‘ ich eigenständig an. Buchenwald – Kristallisationspunkt für Extremisten? vor. Dass das Fragezeichen im Titel rhetorischer Natur war, machen die beiden Autor*innen sowie Roewer im Vorwort des Bandes schnell klar: Sowohl Links- wie Rechtsextremen sei die Gedenkstätte Buchenwald ein Dorn im Auge, da sie Symbol für beide Gewaltregime des 20. Jahrhunderts sei. Aus dieser totalitarismustheoretischen Nivellierung folgte für die Verfassungsschützer unweigerlich auch eine auf Gleichbehandlung, beharrende Betrachtung der Gegenwart.
Die Gedenkstätte war in den 1990er Jahren zahlreichen Angriffen und Übergriffen seitens der extremen Rechten ausgesetzt. Nach dem Angriff vom Juli 1994, der zu internationalem Aufsehen führte, randalierten 1996 Neonazis, darunter auch Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in SA-ähnlicher Uniform vor Ort und erhielten lebenslanges Hausverbot. Timpel und Schäfer stellten diese Übergriffe mit „Antifa-Working-Camps“ oder mit dem zahlreichen Erscheinen von Mitgliedern der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) bei den Jubiläumsfeierlichkeiten 1995 in eine Reihe. Der Band blieb jedoch einer substanziellen Erklärung schuldig, inwiefern Camps unter Duldung der Gedenkstättenleitung mit justiziablen Angriffen vergleichbar sein sollten. Dies zeigt aber, wie eine angewandte Extremismustheorie Probleme und Gefahrenpotenzial immer bei „beiden Rändern“ sehen will und sich so den Spezifika und Dynamiken der extremen Rechten analytisch verschließt.
Dass es für Roewer und sein Amt „Extremismus“ nur im Doppelpack gab, zeigte sich auch in den „Rechts-Links-Auseinandersetzungen“[22] in Saalfeld. Saalfeld war eine der drei „Sektionen“ des Thüringer Heimatschutzes und verzeichnete bereits 1996 einen Anstieg an rechter Gewalt, die den Landesdurchschnitt in Relation zur Bevölkerungszahl um das Vierfache überstieg. Von einer rechtsextremen Hochburg wollten die Kommunalpolitik sowie der Thüringer Verfassungsschutz jedoch nicht sprechen. Als ein breites gesellschaftliches Bündnis zum 14. März 1998 zu einer „Demo gegen Rechts“ in Saalfeld aufrief, warnte Roewer öffentlich vor linksextremen Ausschreitungen. Schließlich habe er bereits bei einer vorherigen Demonstration im Oktober 1997 „sehr problematische Kundschaft“[23] beobachten können. Bemerkenswert ist, dass die „Demo gegen Rechts“ eine Gegendemonstration zu der ebenfalls am 14. März angesetzten „Großkundgebung gegen linken Terror“ des THS und der Kameradschaft Jena war, Roewer über diese Veranstaltung jedoch kein Wort verlor. Gerade vor dem Hintergrund des Sprengstofffundes in der Jenaer Garage des „Trios“ wenige Wochen zuvor, wäre eine Einschätzung zum rechtsextremen Gewaltpotenzial naheliegend gewesen.
In seinen Memoiren kommentiert Roewer die Saalfeld-Episode süffisant mit den Worten „Nur paarweise wird der Tanz erst schön“[24] – die beiden Extreme bräuchten und verstärkten sich gegenseitig. Ob in Buchenwald oder Saalfeld: Gewalt wurde primär dann erkannt, wenn ein Gegeneinander vorlag oder gedanklich konstruiert werden konnte. Linke Gewalt gäbe es nicht ohne die Rechten und vice versa. Dieses Denken entbehrt auch im Falle Saalfelds einer substanziellen empirischen Grundlage. So wurden etwa 1999 von der Saalfelder Polizeidirektion 17 linksmotivierte und 270 rechtsmotivierte Straftaten gezählt[25].
Hans-Georg Maaßen avant la lettre?
Das Amalgam aus Verharmlosung, Verständnis und dem unbedingten Beharren auf die gleichwertige Betrachtung „beider Ränder“ zeichnete die Ära Roewer aus. Dieser extremismustheoretisch inspirierte Denkstil hat in den bundesrepublikanischen Innenbehörden eine lange Tradition. Die bereits Ende der 1970er vorherrschende Fehleinschätzung, es mangele der extremen Rechten an politischer Überzeugung und ideologischer Festigung, resultierte auch aus der Praktik, die Rechte aus dem Vergleich zur extremen Linken der 1970er heraus verstehen zu wollen.
Roewers Berührungsängste zur extremen Rechten sind spätestens seit seiner Entlassung sukzessive geschwunden. Zwischen seiner Entlassung und seinem erneuten Auftreten in der Öffentlichkeit nach der Selbstenttarnung des NSU (2011) verfasste er historische Bücher primär zu „Geheimdienstmythen“. Eindeutig rechte Themen bespielt Roewer in einschlägigen Verlagen erst seit der zunehmenden Skandalisierung seiner Person nach 2011[26]. Möchte man in seinem Schaffen ein verbindendes Element jenseits der Begeisterung für Geheimdienste erkennen, wäre es sein Engagement gegen die politische Linke.
Der „Fall“ Roewer weist nicht wenige Parallelen zum Werdegang Hans-Georg Maaßens auf. Inwieweit er eher als skandalöse Ausnahme oder als Symptom für strukturell verfestigte Denkmuster beim Verfassungsschutz beschrieben werden sollte, kann hier nicht abschließend beantwortet werden. Einiges spricht jedoch dafür, sein Umfeld, Denken und Handeln nicht vorschnell als Ausnahme abzutun[27].
[1] Exemplarisch Annette Ramelsberger et al., Der NSU-Prozess, Bd.1, Bonn 2019, S. XXIII; Tanjev Schultz, NSU. Der Terror von rechts und das Versagen des Staates, München 2018, S. 95-98; Axel Hemmerling, Eine Frage der Inneren Sicherheit. Im Wettstreit: „Aufbauhelfer Ost“ Helmut Roewer und Uwe Kranz, in: Heike Kleffner, Matthias Meissner (Hg.): Extreme Sicherheit. Rechtsradikale in Polizei, Verfassungsschutz, Bundeswehr und Justiz, Freiburg 2019, S. 278-294.
Grundlegend politischer in ihrer Kritik sind Martina Renner, Paul Welsow, Roewers Gesellen. Die fragewürdigen Personalentscheidungen des Ex-Chefs des Thüringer Verfassungsschutzes, in: Bodo Ramelow (Hg.): Made in Thüringen? Nazi-Terror und Verfassungsschutz-Skandal, Hamburg 2012, S. 125-131 oder Ronen Steinke, Verfassungsschutz. Wie der Geheimdienst Politik macht, Berlin 2023, S. 171-174.
[2] Helmut Roewer, Nur für den Dienstgebrauch. Als Verfassungsschutzpräsident im Osten Deutschlands, Graz 2012, S. 252.
[3] Thüringer Landtag (Hg.): Bericht des Untersuchungsausschusses 5/1 „Rechtsterrorismus und Behördenhandeln“, Drucksache 5/8080, Erfurt 2014; Helmut Roewer et al. (Hg.): In guter Verfassung III. Erfurter Beiträge zum Verfassungsschutz, Erfurt 1999; Claudia Timpel, Stefan Schäfer, „…dich brenn’ ich eigenhändig an.“ Buchenwald – Kristallisationspunkt für Extremisten?, Erfurt 1997; Roewer, Dienstgebrauch.
[4] Thesenpapier des TLfV vom 23.12.1996, zit. nach Thüringer Landtag, Drs. 5/8080, S. 477.
[5] Ebd.
[6] Bernhard Honnigfort, Im Hintergrund. Mehr Angriffe auf Ausländer. Rechtsextreme Gewalt, in: Frankfurter Rundschau, 20.5.1997, S. 4.
[7] Ebd.
[8] Helmut Roewer, Verfassungsschutz – abschaffen oder renovieren? Anmerkungen zu einem zähen Thema, in: ders., Verfassung III, S. 311-342, hier S. 333f. Das folgende Zitat, S. 334.
[9] Uffa Jensen, Ein antisemitischer Doppelmord. Die vergessene Geschichte des Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik, Berlin 2022, S. 92.
[10] Roewer, Verfassungsschutz, S. 320; o. A., Rechtsextremismus. Der Holocaust wird von Neonazis nun offen gelobt, in: Mitteldeutsche Zeitung, 25.5.1999.
[11] Thüringer Landtag, Drs. 5/8080, S. 1792.
[12] Helmut Roewer, Unterwegs zur Weltherrschaft. Bd. 3. 1945 bis heute. Warum das US-Imperium so lange bei uns Erfolg hatte, jedoch an der Umerziehung der Ostdeutschen scheiterte, Tübingen 2018, S. 88-95; ders., Unterwegs zur Weltherrschaft. Bd. 2: 1918-1945: Warum eine anglo-amerikanische Allianz Deutschland zum zweiten Mal angriff und die Rote Armee in Berlin einmarschierte, Tübingen 2017, u. a. S. 259-263.
[13] Stefan Aust, Dirk Laabs, Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU, München 2014, S. 428f.
[14] Roewer, Dienstgebrauch, S. 209.
[15] Roewer, Unterwegs zur Weltherrschaft. Bd. 3, S. 115. Zum beruflichen Werdegang Roewers vgl. Ders., Rechte und Pflichten junger Menschen zwischen Elternrecht und staatlicher Einflußnahme. Eine Entwicklung von des Reichsgründung 1871 bis 1980, Konstanz (Univ. Diss.) 1982, S. 172.
[16] Vgl. Florian Wagner, Ausweisungsgrund: "Außereuropäisch". People of Color und die Entstehung des bundesdeutschen Abschieberegimes, in: Zeithistorische Forschungen 20 (2023), S. 51-84, hier S. 63f.; Quinn Slobodian, Foreign Front. Third World Politics in Sixties West Germany, Durham, London 2012, S. 42-45. Zu Heuers Ernennungsvorschlag vgl. Roewer, Dienstgebrauch, S. 63.
[17] So berichtet bei Gunter Hofmann, Jeder für sich und Strauß gegen alle, in: Die ZEIT, 27.9.1985, S. 4 sowie o. A., Bonn will von Volksbefragung über Nachrüstung nichts wissen, in: Süddeutsche Zeitung, 2.10.1983, S. 2.
[18] Roewer, Dienstgebrauch, S. 63.
[19] Ebd., S. 22.
[20] Ebd., S. 221.
[21]Maser nannte Schäfer seinen „begabtesten Schüler“ Vgl. Vorwort in Stefan Schäfer, Hitler und die Schweiz. Deutsche Militärische Planungen 1939-1943 und die „Raubgold“-Frage, Berlin 1998, S. 10. Zu Maser vgl. z. B. Martin Nissen, Historische Sachbücher - historische Fachbücher. Der Fall Werner Maser, in: Barbara Korte, Sylvia Paletschek (Hg.): History goes pop. Zur Repräsentation von Geschichte in populären Medien und Genres. Bielefeld 2009, S. 103-119.
[22] Thüringer Landtag, Drs. 5/8080, S. 477.
[23] o. A., Diskussion um Demo. Verfassungsschutz warnt, in: Mitteldeutsche Zeitung, 10.2.1998.
[24] Roewer, Dienstgebrauch, S. 194.
[25] Matthias Quent, Peter Schulz, Rechtsextremismus in lokalen Kontexten. Vier vergleichende Fallstudien, Wiesbaden 2015, S. 43.
[26] Exemplarisch: Roewer, Rechte und Pflichten; Ders., Nachrichtendienstrecht der Bundesrepublik Deutschland, Köln, Berlin, München 1987; Ders., Geschichtlicher Nachtrag zur Kontroverse um die Trennung von Polizei und Verfassungsschutzbehörden, in: DVBl 103 (1988), S. 666–671. Für die 2000er vgl. etwa Ders., Skrupellos. Die Machenschaften der Geheimdienste in Russland und Deutschland 1914–1941, Leipzig 2004. Vgl. für die vergangene Dekade ders., Unterwegs zur Weltherrschaft. 3 Bde, Tübingen 2016-2018; Ders., Corona-Diktatur. Der Staatsstreich von Merkel. Christunion & Co. 2020/21. Ein Bericht, Dresden 2021 oder ders.: Spygate. Der Putsch des Establishments gegen Donald Trump, Rottenburg 2020.
[27] Dieser Text wurde redaktionell betreut von Carsta Langner und Sebastian Lotto-Kusche.
Zitation
Jakob Schlieper , Hufeisen statt Hexenjagd. Helmut Roewer und Thüringens extreme Rechte 1994–2000, in: zeitgeschichte|online, , URL: https://zeitgeschichte-online.de/hufeisen-statt-hexenjagd