Dieses Dossier erschien erstmals im März 2019 und wird seitdem jeweils zum 8. März erweitert.
Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist im Grundgesetzt festgeschrieben. Neben den gleichen Rechten sollen Frauen* und Männer auch die gleichen Chancen und Teilhabemöglichkeiten haben. Blickt man auf den Wissenschaftsbetrieb, wird allerdings schnell deutlich, dass es noch ein langer Weg zur Verwirklichung dieses Ziels ist. 2018 waren bundesweit durchschnittlich gerade einmal 23 Prozent der Professor*innen Frauen, zum Jahresende 2024 lag der Durchschnitt immerhin bei 30 Prozent.[1] Auch in wissenschaftlichen Führungspositionen sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert. 2025 lag der Anteil an Frauen in den Hochschulleitungen bundesweit bei 35,1 Prozent.
Ist das Geschlechterverhältnis zu Beginn des Studiums und beim ersten Studienabschluss noch sehr ausgeglichen (mit rund 52 Prozent Frauen bei den Studienanfänger*innen und den Absolvent*innen 2024[2]), liegt der Frauenanteil auf den höheren Karrierestufen sehr viel niedriger – bei den Promotionsabschlüssen noch bei ungefähr 46 Prozent, bei den Habilitationen nur noch bei ungefähr 36 Prozent.[3] Welche Faktoren begünstigen diese „Leaky Pipeline“ und führen also dazu, dass deutlich mehr Frauen* als Männer die Wissenschaft auf dem Weg vom ersten Abschluss zur Professur verlassen?
Für dieses Dossier haben wir seit 2019 immer wieder Wissenschaftler*innen, mit einem Fokus auf unser eigenes Fach, die Geschichtswissenschaften, befragt. Herausgekommen sind vielschichtige Gespräche, in denen Frauen jeweils unterschiedlicher Generationen und in verschiedenen Phasen ihrer Berufsbiografie ihre Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeitsalltag mit uns teilten. Wir danken den Wissenschaftler*innen für ihre Bereitschaft, mit uns zu sprechen und sich viel Zeit dafür zu nehmen!
Sophie Genske, Alina Müller, Rebecca Wegmann, Janaina Ferreira dos Santos und Annette Schuhmann
[1] Für 2018: Gender- Debatte an Hochschulen, an diesen Universitäten arbeiten die meisten Professorinnen (17.10.2018) Website der WBS-Gruppe. https://www.wbs-gruppe.de/pressemitteilung/gender-debatte-an-hochschulen-an-diesen-unis-arbeiten-die-meisten-professorinnen/ Für 2024: Destatis. Statistisches Bundesamt. Pressemitteilung 442 vom 9. Dezember 2025. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/12/PD25_442_213.html
[2] Frauenanteile nach akademischer Laufbahn. In: Destatis. Statistisches Bundesamt. Stand 9. Dezember 2025. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Tabellen/frauenanteile-akademischelaufbahn.html
[3] Von 52 auf 30 Prozent: Wo Frauen die Wissenschaft verlassen, In: Metavorhaben Innovative Frauen im Fokus (o.D.) https://www.innovative-frauen-im-fokus.de/news/von-52-auf-30-prozent-wo-frauen-die-wissenschaft-verlassen/
* Wir sprechen von Frauen und Männern als jeweils weiblich oder männlich gelesenen Menschen
Zitation
Sophie Genske, Rebecca Wegmann, Annette Schuhmann, Frauen* in der Wissenschaft. Ein kritischer Blick auf Alltags- und Arbeitswelt von Frauen im akademischen Betrieb, in: zeitgeschichte|online, , URL: https://zeitgeschichte-online.de/themen/frauen-in-der-wissenschaft